Die alte Schule Allermöhe-Oberwärts wird unser neues Hospiz am Deich

Haus seitlich

Das Haus am Allermöher Deich 445

Das rote Backsteingebäude am Allermöher Deich 445 wurde von 1902 bis 1971 als eine von vier Stadtteilschulen in den Vier- und Marschlanden (Allermöhe-Oberwärts) genutzt. Dann war die Zeit der Klein- und Kleinstschulen endgültig vorbei und alle Schüler*innen wurden auf die neu entstandene Schule Mittlerer Landweg umgeschult. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde seitdem auf unterschiedliche Weisen zwischengenutzt, zuletzt diente es verschiedenen bildenden Künstlerinnen als Werkstatt, Atelier und Galerie.

Nun wird es ein Hospiz, das Hamburger Hospiz am Deich. Außer dem stationären Hospiz mit Platz für 14 Gäste in großzügigen Einzelzimmern mit eigener Sanitäreinheit und deren An- und Zugehörige soll es auch zahlreiche Angebote in den Bereichen „Leben mit Trauer“ und Bildungsarbeit (hier ist die Akademie Hamburger Hospiz am Deich geplant) beherbergen. Deswegen wird die alte Schule umfassend renoviert, umgebaut und um einen Anbau erweitert. Der Umbau und die Renovierung haben bereits begonnen. Für Dezember 2022 ist die Eröffnung des stationären Hospizes geplant.

Wir freuen uns sehr, dass mit diesem Projekt nun auch der Bezirk Bergedorf als letzter der Hamburger Bezirke endlich ein stationäres Hospiz bekommen wird – und auf längere Sicht sogar zwei stationäre Hospize. Mitten im Zentrum von Bergedorf soll nämlich, voraussichtlich ab 2024, zusätzlich das „Hospiz im Park“ entstehen. Damit wird sich die Anzahl der für Hamburg und Umgebung verfügbaren Hospizbetten weiter erhöhen.

Haus und Bäume

Ein Hospiz in einer Gegend, in der sich Fuchs und Hase „Gute Nacht!“ sagen

Das Hamburger Hospiz am Deich liegt so idyllisch, dass Ortsunkundige sich schon einmal fragen, ob die Gegend überhaupt noch zu Hamburg gehört. Aber natürlich, lautet die Antwort, die Vier- und Marschlande sind schließlich der Gemüse- und Blumengarten Hamburgs. Deswegen gibt es auch Straßen und Autobahnauffahrten (insbesondere die BAB-Abfahrt Nettelnburg) in erreichbarer Nähe sowie eine Bushaltestelle direkt vor dem Haus. Vor allem aber gibt es Grün in allen Schattierungen, verschiedene Gewässer und einen ganz weiten Himmel. Unser Haus ist umgeben von einem fantastischen Garten mit herrlichen alten Bäumen, hinter denen sich Wiesen und Felder erstrecken. Und auch das Gebäude selbst verströmt einen ganz eigenen charakteristischen Charme, den nur ein Haus mit Historie entwickeln kann.

Zimmer 2

In der alten Schule Allermöhe-Oberwärts wurde auch gewohnt

Selbst im augenblicklichen Übergangszustand kurz vor dem Umbau ist es nicht zu übersehen: Das Haus ist ein Juwel. Von drinnen ist es übrigens viel größer als es von draußen aussieht – ein Gründerzeitvillenphänomen. Dass es sich um ein altes Schulgebäude handelt, ist auch nur die halbe Wahrheit: Die vordere Hälfte des Hauses war nämlich ein Wohnhaus.

Hier residierten im Erdgeschoss die Familien des amtierenden Schulleiters und eines Lehrers/einer Lehrerin in Wohnungen, um die man sich noch heute in vielen Vierteln Hamburgs schlagen würde. An der Frontseite liegen im Erd- und im Obergeschoss jeweils drei große, sehr helle und miteinander verbundene Zimmer (teilweise mit Fenstern auf zwei Seiten) mit 3,50 m hohen Decken und Stuck, dahinter finden sich weitere größere und kleinere Zimmer, alle mit Tageslicht und Aussicht, hier schaut man durchs Fenster nicht plötzlich in einen Lichtschacht oder in einen langweiligen Hinterhof.

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie das Haus aussah, während es als Schule benutzt wurde? Dann lesen Sie hier weiter.

Impressionen aus der Zeit vor dem Umbau

Haus frontal

Das Haus von vorne

Eingangsbereich

Treppe mit Geländer

Treppe mit Geländer

Treppe von oben

Treppe von oben

Zimmer 2

Zimmer 1 oben

Zimmer mit Holzstapel

Wohnung

Die Wohnung im Erdgeschoss

Zimmer 1

Zimmer 2 oben

Wandbild 1

Wandbild 1

Wandbild 2

Wandbild 2

Bodenfliese

Bodenfliese

Balkongeländer

Balkongeländer

Flur unten, Richtung Ausgang

Flur

Flur unten

Dachboden 2

Dachboden 1

Dachboden

Dachboden 2

Dachboden 3

Dachboden 3

Lampe außen

Lampe außen

Raum unten

Die Gästezimmer ziehen in den ehemaligen Klassentrakt

An das Wohnhaus angeschlossen findet sich der ehemalige Klassentrakt, ein nur einstöckiger Anbau mit einem riesigen, hohen Dachboden mit Gebälk. Links und rechts von einem breiten geraden Flur im Erdgeschoss liegen nebeneinander die großen und auch sehr hellen ehemaligen Klassenzimmer. Hier, in geräumige und helle Einzelzimmer mit Bad, werden unsere stationären Hospizgäste einziehen, acht ins Erdgeschoss und sechs weitere in den dann ausgebauten Dachboden.

Mit dem Pflegebett auf die Terrasse und in den Garten

Verbunden werden die beiden Etagen durch einen Aufzug, in den auch ein Pflegebett passt. Alle Türen werden breit genug sein, um auch die Gäste, die ihr Bett nicht verlassen können, auf die Terrasse und in den Garten begleiten zu können. Darauf freuen wir uns ganz besonders, denn der Garten und die Terrasse werden wunderschön.

Zwischen dem neuen Gästetrakt und der Terrasse wird es übrigens noch einen lichtdurchfluteten Anbau geben, der Platz für die Profiküche, die Angehörigenküche und ein großes Wohn- und Esszimmer bietet, das auch für Veranstaltungen genutzt werden wird. Ob mit (Elektro-)Kamin oder nicht, darüber wird im Moment noch beraten. Auf jeden Fall wird es großzügig und gemütlich werden.

Garten 4

Hühnerstall und Pavillon

Im Garten finden sich dann der Hühnerstall, in dem unsere streichelfreundlichen Ramelsloher Hühner wohnen sollen, und ganz besonders ein Gartenhaus bzw. Pavillon wahrscheinlich im Stil eines Gewächshauses (schließlich befinden wir uns in Hamburgs Gemüsegarten). Der Pavillon steht allen Gästen sowie ihren An- und Zugehörigen offen, er soll beheizbar sein und vielleicht bekommt er sogar einen Kamin. Auch unsere Trauergruppen können sich hier ungestört und in anheimeliger Atmosphäre treffen.

Alle Umbauten und Renovierungen im Bestandgebäude gehen so vorsichtig wie möglich vonstatten, wir wollen so viel alte Substanz erhalten wie möglich. Neue Einbauten sind idealerweise umweltverträglich und nachhaltig. Die Einrichtung soll neben modernen und funktionalen Elementen auch wunderschöne Antiquitäten mit regionalem Bezug beinhalten. Das neue Hamburger Hospiz am Deich wird eine ganz besondere Atmosphäre ausstrahlen, das ist schon jetzt klar.