Stationäres Hospiz

Kerze Eingangsbereich

Das Hamburger Hospiz am Deich befindet sich in den Vier- und Marschlanden, die zum Bezirk Hamburg-Bergedorf gehören. Direkt am Deich und im Grünen gelegen verbreitet es eine Atmosphäre von Weite und Offenheit. In unserem Haus beherbergen und begleiten wir bis zu 14 unheilbar erkrankte und sterbende Menschen und unterstützen deren Familien.

Ganz im Sinne der Erkrankten und ihrer An- und Zugehörigen wird in unserem Hospiz ein Team aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Prägungen gemeinsam arbeiten. Wir möchten eine wertschätzende und gastfreundliche Atmosphäre schaffen und bieten medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Begleitung rund um die Uhr in wohnlichem Ambiente an.

Unser Team treibt der Wunsch um, unseren Gästen am Lebensende und im Abschiednehmen Lebensqualität und Selbstbestimmung zu ermöglichen. Dies wird möglich durch die wertfreie Akzeptanz jedes individuellen Lebensentwurfs und der daraus resultierenden Vorstellungen und Wünsche. Über eine ganzheitliche Zuwendung, die körperliche, soziale, psychische und spirituelle Aspekte berücksichtigt, lindern wir belastende Lebensumstände und Symptome. Erfüllt mit Herzlichkeit, Wärme und Nähe soll Sterben wieder als das verstanden werden, was es ist und immer war: ein Teil des Lebens, integriert ins Leben.

Unsere lebensbegrenzend erkrankten Gäste und ihre An- und Zugehörigen werden bei uns Ruhe und Geborgenheit finden, aber auch Sicherheit durch professionelle Pflege, kompetente medizinische Betreuung und einfühlsame Begleitung. Auf Wunsch leisten wir Gesellschaft und bieten weitere Anregungen durch Gespräche, Aktivitäten und Veranstaltungen an. Ganz gleich, wer aus unserem multiprofessionellen Team ein Angebot macht: Immer stehen der Erhalt der subjektiven Lebensqualität und die Unterstützung bei der selbstbestimmten Lebensführung sowie die Würde und Respekt vor jedem einzelnen Menschen im Vordergrund.

Trost

Pflegerische Betreuung

Für die kompetente Pflege und liebevolle Begleitung steht ein Team von examinierten Pflegekräften rund um die Uhr zur Verfügung. Viele Pflegekräfte werden über die Zusatzqualifikation Palliative Care verfügen, einige haben sich darüber hinaus fortgebildet, zum Beispiel in den Bereichen Wundmanagement, Basale Stimulation und Aromatherapie.

Die Bedürfnisse und Gewohnheiten des einzelnen Gastes bilden bei der Versorgung die Grundlage des Tagesablaufs. Daher planen wir ein Bezugspflegesystem. Die Pflegekräfte begleiten je nach Schicht dieselben 4 bis 7 Gäste. So entsteht schnell eine vertrauensvolle Beziehung.

Bei Bedarf werden Physiotherapie und Lymphdrainage, Logotherapie und auch Ergotherapie durch freiberufliche Mitarbeiter*innen angeboten.

Begleitung Blickkontakt

Begleitung

Unser Begleitangebot richtet sich an unsere Gäste und deren An- und Zugehörige. So werden unsere psychosozialen Begleiter*innen beispielsweise Gespräche, Entspannungs- und Meditationsverfahren und praktische Unterstützung in dieser schwierigen Lebensphase anbieten. Zudem gibt es eine Reihe von geschulten Ehrenamtlichen, die auf Wunsch die Gäste regelmäßig besuchen. Anregende Gesellschaft, die Begleitung nach draußen, Vorlesen oder der stille Beistand in Sterbestunden können im Vordergrund stehen, genauso wie entlastende Gespräche für An- und Zugehörige. Darüber hinaus möchten wir mit Seelsorger*innen aller Glaubensrichtungen zusammenarbeiten und stellen gerne den Kontakt zu ihnen her. Manchmal gelingt es über Musik oder Kunst auszudrücken, was nun bewegt. Daher werden wir bei Bedarf gerne Musik- oder Maltherapeut*innen vermitteln bzw. den Kontakt zu ihnen herstellen.

Hände

Ärztliche und medizinische Versorgung

Die ärztliche Versorgung geschieht durch kooperierende Hausärztinnen und Hausärzte, die mehrfach in der Woche ins Haus kommen und darüber hinaus eine 24 Stunden-Rufbereitschaft anbieten werden. Alle zukünftig kooperierenden Ärztinnen und Ärzte verfügen über die Zusatzqualifikation Palliativmedizin. Weitere Fachmediziner*innen werden bei Bedarf hinzugezogen. Außerdem wird es Kooperationen mit Apotheken und Sanitätshäusern geben.

Begleitung Mutter und Tochter

Was tun wir für An- und Zugehörige?

Nachdem ein Gast gut im Hospiz angekommen ist, möchten seine An- und Zugehörigen diese Entlastung und Freiraum oft für das Zusammensein mit dem Erkrankten, für Besinnung und das zur Ruhe kommen nutzen. Was auch immer für Sie gut ist, im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen wir Sie dabei. Manchen An- und Zugehörigen tut es gut, weiterhin in Pflege und Versorgung mit eingebunden zu sein. Dies ist in Absprache mit dem Gast möglich. So können neben einzelnen pflegerischen Handlungen kleine Mahlzeiten in der Küche des Erdgeschosses zubereitet werden.

Auf Wunsch kann im Zimmer des Gastes kostenfrei übernachtet oder im „Hanse-Hof“ nebenan ein Zimmer angemietet werden. Auch die Verpflegung durch das Stationäre Hospiz ist für An- und Zugehörige möglich. Wir bitten Sie dann, sich an den Kosten zu beteiligen.

Natürlich werden wir An- und Zugehörigen mit Beratung und begleitenden Gesprächen zur Seite stehen. Auf Wunsch unterstützen wir auch in bürokratischen Angelegenheiten wie Bewilligung des Hospizaufenthaltes, Vorsorgevollmachten und Bestattung.

Begleitung Getränk anreichen

Essen und Trinken

Die Selbstbestimmung unserer Gäste macht auch vor dem leiblichen Wohl nicht halt. Unsere Küchenleitung und das hauswirtschaftliche Team erfragen Vorlieben und Gewohnheiten, sodass alle Mahlzeiten zu den Zeiten eingenommen werden können, die für unsere Gäste passend sind. Auch individuelle Essenswünsche möchten wir im Rahmen unserer Möglichkeiten erfüllen.

Nachmittags werden wir unseren Gästen und ihren Besucher*innen gerne Kaffee und frisch gebackenen Kuchen servieren. Darüber hinaus stehen ganztägig Wasser und Heißgetränke zur Verfügung.

Unsere Räume

Alle 14 Zimmer sind Einzelzimmer und groß genug, dass An- und Zugehörige bei Bedarf dort übernachten können. Große Fenster ermöglichen Ausblicke in den wunderschönen Hospizgarten mit seinen alten Bäumen oder die Streuobstwiese nebenan und sorgen für Helligkeit. Alle Zimmer haben ein eigenes Badezimmer. Die Gästezimmer befinden sich im Erdgeschoss und im Obergeschoss, das auch mit einem Fahrstuhl zu erreichen ist, in den sogar ein Pflegebett passt. Gäste können mit eigenen Kleinmöbeln, Bildern, Pflanzen oder was sonst schön und wichtig ist, das Zimmer gestalten. Unsere Gästezimmer sind ausgestattet mit Pflegebett, Nachttisch mit Kühlschrank, Schlafsofa, Tisch mit 2 Stühlen, Liegesessel, Kleider- und Wäscheschrank, Sideboard mit Fernseher und Musikanlage, WLAN-Anschluss, (auf Wunsch) Telefon, Abstellmöglichkeiten für persönliche Gegenstände. Bettwäsche und Handtücher stellen wir zur Verfügung.

Im Garten 2

Gemeinschaftsräume, Terrasse und Pavillon

Im Erdgeschoss des Hauses liegt das große Wohnzimmer, in dem sich Gäste und ihre Besucher*innen treffen können und das auch für Veranstaltungen genutzt wird. Hier wird es einen großen Esstisch und gemütliche Sitzecken geben, die zum Verweilen einladen. In der angrenzenden Gäste- und Angehörigenküche stehen ein Kaffeevollautomat, ein Wasserkocher sowie eine Mikrowelle zur Verfügung. Auf zwei kleinen Kochplatten können einfache Mahlzeiten zubereitet werden.

Vom Wohnzimmer aus gelangt man auf die großzügige Terrasse und in den Garten. Ein breiter, bequemer Weg und barrierefreie Zugänge ermöglichen den Ausflug ins Grüne für alle, sogar für Gäste, die ihr Bett nicht verlassen können. Der hintere Teil des Gartens ist durch das Haus und die das Grundstück begrenzenden schönen alten Bäume und Sträucher von der Straße aus nicht einzusehen und gut geschützt.

Im Garten befinden sich auch der Hühnerstall, in dem unsere streichelfreundlichen Ramelsloher Hühner wohnen werden, und ein Gartenhaus bzw. Pavillon im Stil eines Gewächshauses (schließlich befinden wir uns in Hamburgs Gemüsegarten). Der Pavillon steht allen Gästen sowie ihren An- und Zugehörigen offen, natürlich wird er auch heizbar sein – vielleicht sogar mit einem Kamin?

Umgebung

Das Hospiz liegt am Allermöher Deich im Stadtteil Reitbrook. Die Vier- und Marschlande gelten als Gemüsegarten Hamburgs. Hier wird noch Landwirtschaft betrieben, deren Erträge auf Wochenmärkten aller Hamburger Stadtteile angeboten werden und auch darüber hinaus die Versorgung mit frischem Grünzeug sichern. Viele der alteingesessenen Familienbetriebe haben inzwischen auf Bioqualität umgestellt. Ganz in der Nähe des Hospizes fließt die Dove-Elbe vorbei, ein Paradies für entspannte Wassersportler. Obwohl die Bergedorfer City, die Autobahn und auch eine S-Bahn-Linie gar nicht so weit entfernt sind, fühlt man sich hier wirklich wie auf dem Lande, umgeben von Himmel und Weite und mit ganz viel Aussicht über das flache Land. Eine historische Mühle grüßt aus kurzer Entfernung, auf der Streuobstwiese nebenan sagen sich Fuchs und Hase „Gute Nacht!“ und der HVV-Linienbus kommt regelmäßig, wenn auch nicht allzu häufig vorbei. Es ist fast unmöglich, hier nicht zur Ruhe zu kommen.