Trauerarbeit

Ein wichtiger Grundpfeiler unserer Hospizarbeit ist die Begleitung von An- und Zugehörigen, nicht nur in der letzten Lebensphase, sondern auch danach. Unser Angebot richtet sich an alle interessierten Hinterbliebenen, nicht nur an das Umfeld der im stationären Hospiz verstorbenen Gäste.

Einen geliebten Menschen zu verlieren, das stellt das Leben oft auf allen Ebenen in Frage. Meist ändern sich nicht nur die Bedingungen im Außen (wie die Rollenverteilung in Partnerschaft und Familie, der Tagesablauf und möglicherweise die finanziellen Verhältnisse), sondern auch das Innen ist durch und durch erschüttert.

Trauer Kerzen Hospizeingang

Trauer ist keine Krankheit

Trauernde Menschen durchleben eine Vielfalt von Gefühlen, oft in einer bisher kaum bekannten Intensität. Sie möchten das Unverständliche begreifen, Halt und Trost finden. Dazu gehört zunächst, den Trauerschmerz auszuhalten und die aufgewühlte Gefühlswelt anzunehmen. Es geht auch darum, für die Liebe zu den Verstorbenen eine neue Form zu finden, die Bestand haben kann und die Hinterbliebenen für ihr weiteres Leben stärkt.

Gleichzeitig sind trauernde Menschen mit den Anforderungen ihres Alltags konfrontiert, in dem für Trauer meist wenig Zeit und Raum bleibt. Oft fragen sie sich, ob das, was sie erleben, eigentlich noch „normal“ ist.

Trauer ist keine Krankheit. Trauer ist eine Fähigkeit. Sie ist unsere natürliche Reaktion auf einen schweren Verlust. Sie ist individuell und einzigartig… und sie braucht so viel Zeit, wie sie eben braucht. Es gibt hier kein Richtig und kein Falsch.

Trauernde profitieren von Gemeinschaft

Nicht jede*r Trauernde hat ein soziales Netz oder wenigstens eine stabile, verlässliche Person im Umfeld. Oder das Verständnis und die Geduld der Mitmenschen mit dem Trauerprozess sind begrenzt. Das Gefühl, mit der Trauer allein und unverstanden zu sein, kann bodenlos sein.

Menschen und ihre Trauer, ihre Bedürfnisse und Möglichkeiten sind sehr verschieden. Daher ist das Angebot im Bereich „Leben mit Trauer“ des Hamburger Hospizes am Deich umfassend. Wir bieten Beratung, Einzelbegleitungen, Trauergruppen, Vorträge und Seminare an. Alle Angebote sind kostenfrei. Das Hamburger Hospiz am Deich finanziert seine Trauerarbeit über Spenden.

Trauer Stuhlkreis

Kontakt

Bettina Kok ist Trauerbegleiterin (BVT) und Ihre Ansprechpartnerin in Sachen Trauer für das Hamburger Hospiz am Deich.

In einem ausführlichen Telefongespräch finden Sie gemeinsam mit ihr heraus, welches Angebot für Sie passend sein könnte.

Telefon: 040/389075-205 und 0175 843 52 43
Mail: trauer@hamburger-hospiz.de


Angebote für Trauernde

Beratung

Manchmal ist es für Betroffene erschreckend, wie schmerzhaft Trauer sein kann. Auch kann Trauer viele unerwartete Gesichter zeigen. Die Verunsicherung ist groß und es wird gefragt:

  • Ist meine Trauer noch angemessen?
  • Wie kann ich mit meinen Gefühlen umgehen?
  • Brauche ich therapeutische Hilfe?

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine Mail. Wir sind zumeist werktags zwischen 10 und 16 Uhr unter 040-38 90 75-205 und unter 0175-843 52 43 bzw. unter trauer@hamburger-hospiz.de zu erreichen. Im Beratungsgespräch können Sie uns von Ihren Sorgen und Wünschen erzählen. Gemeinsam finden wir heraus, welches Hilfsangebot nun guttut und zu Ihnen passt.

Trauergruppen

Mehrmals im Jahr gründen wir moderierte Gesprächsgruppen für Hinterbliebene. Zuvor laden wir Interessierte zu unverbindlichen Informationsveranstaltungen ein. In unseren Trauergruppen finden Sie einen geschützten Ort. Hier haben Sie Zeit, Ihre Trauer auszudrücken. Wir arbeiten mit haltgebenden Ritualen, Denkanstößen und dem Austausch in der Gruppe. Unsere Gruppen haben Selbsthilfecharakter.

Eine Trauerbegleiterin und die anderen Gruppenteilnehmer*innen stehen Ihnen dabei behutsam zur Seite. Schnell entsteht ein wohltuendes Vertrauensverhältnis, das entlastet und trägt. Die Teilnehmer*Innen unterstützen einander einfühlsam und finden neue Freundschaften.

Die Gruppen richten sich an Hinterbliebene nach dem Verlust von Partner*innen, Familienmitgliedern, erwachsenen Kindern oder Freund*innen. Der Zeitpunkt des Trauerfalls spielt keine Rolle für die Aufnahme in die Gruppe.

Nach ca. 12 Gruppentreffen entscheiden die 8 bis 10 TeilnehmerInnen, ob sie sich weiterhin und eigenständig als Selbsthilfegruppe und ohne Moderation treffen möchten.

Die Teilnahme an unseren moderierten Trauerselbsthilfegruppen ist kostenlos. Unsere Trauerarbeit wird ausschließlich über Spenden finanziert. Mit ihrer Spende helfen uns viele Teilnehmer*innen, weiterhin Trauergruppen anbieten zu können.

Trauer Kollage

Seminare und Vorträge

Jedes Jahr bieten wir eine Vielzahl von Vorträgen an. Einige Vorträge und Seminare richten sich insbesondere an Hinterbliebene. Die Teilnahme ist frei. Wir bitten um eine Spende. Folgende Themen greifen wir beispielsweise auf:

  • Von der Geburt neuer Rollen-Sterben in jungen Familien
  • Die unerhörte Vitalität des Lebens, Sexualität in Zeiten der Trauer
  • Tod und Trauer in Familiengeschichten-Lange zurückliegende Verluste und familiären Auswirkungen
  • Weihnachten ohne Mama
  • Pubertät – Trauer in haltloser Zeit
  • Trauer in Form, Farbe und Wort (Tagesseminar)

Einzelbegleitungen

Es gibt Menschen, die bedingt durch Krankheit oder Behinderung weder an einer Gruppe teilnehmen noch eine telefonische Beratung oder Begleitung in Anspruch nehmen können. Bewohner*innen eines Pflegeheims mit entsprechenden Einschränkungen beispielsweise besuchen wir persönlich.

Auch gibt es Lebensumstände, in denen eine Trauergruppe (aktuell noch nicht) das richtige ist. In diesen Fällen besprechen wir, ob und wie eine persönliche Begleitung durch ehrenamtliche Trauerbegleiter*innen gestaltet werden könnte.

Einzel-Trauerbegleitungen sind auf 8 bis 12 Treffen begrenzt.

Angebote für Menschen nach dem Verlust eines geliebten Haustieres

Umfassend, nachhaltig und im Einklang mit der Natur, so wünschen wir uns die Trauerarbeit im neuen Hamburger Hospiz am Deich. In diesem Rahmen möchten wir perspektivisch etwas Neues ausprobieren: Angebote für Menschen, die um ein geliebtes Tier trauern.

„Es war doch nur ein Tier. Kauf dir ein neues!“ – Mit dieser Aussage sind trauernde Tierbesitzer häufig konfrontiert. Es scheint gesellschaftlich nicht anerkannt zu sein, um ein Tier länger als einige Tage zu trauern. Dabei wird übersehen, dass Haustiere oft wichtige und geliebte Familienmitglieder sind, ohne die das Leben plötzlich sehr einsam erscheinen kann.

Die Trauer um ein geliebtes Tier verläuft in vielerlei Hinsicht anders als die Trauer um einen geliebten Menschen. Sie ist deswegen aber nicht zwangsläufig weniger intensiv. In dieser Situation ernst genommen und verstanden zu werden, sowohl durch andere Tierfreunde in vergleichbarer Situation wie auch durch professionelle Trauerbegleiter*innen, tröstet und hat eine stark entlastende Wirkung.

Immer im Wechsel werden wir jede Woche entweder eine telefonische Tiertrauersprechstunde oder einen Online-Chat zum selben Thema anbieten. Die Gespräche am Beratungstelefon sind auf 30 Minuten begrenzt. Im 90minütigen moderierten Chat können sich jeweils bis zu 12 Tierfreund*innen austauschen.

Zur Finanzierung dieses Angebots für jeweils 3, 6 oder 12 Monate suchen wir noch eine Stiftung und/oder Pat*innen.