Das Pionierteam am Deich

Die Menschen hinter der Idee

Das Pionierteam am Deich, bestehend aus Elke Huster-Nowack (1. Vorsitzende des Hamburger Hospiz e. V.), Kai Puhlmann (Hospizleitung), Angela Reschke (Bildungs-, Öffentlichkeits- und Trauerarbeit) und Katja Fischer (Pflegedienstleitung) beschäftigt sich schon seit Monaten mit der Planung des Hamburger Hospizes am Deich. Neu hinzugestoßen sind Bea Mitzlaff (Hospiz-Koordinatorin) und Bettina Kok (Trauer- und Öffentlichkeitsarbeit, Website und Social Media).

Seit der Unterzeichnung des Mietvertrages mit dem Eigentümer des Hauses Michael Kolle ist das Pionierteam unermüdlich im Einsatz, um in der stillen grünen Weite der Vier- und Marschlande das schönste Hospiz Hamburgs entstehen zu lassen.

Auf dem Foto (von links nach rechts): Bea Mitzlaff, Bettina Kok, Katja Fischer, Angela Reschke, Kai Puhlmann und Elke Huster-Nowack

Angela Reschke, Bildungs- und Trauerarbeit

Hallo, ich heiße Angela Reschke, bin u.a. Diplompsychologin, Psychoonkologin und Autorin. Seit 1987 engagiere ich mich für Schwersterkrankte und Zugehörige und für die Hospizbewegung – ehrenamtlich wie hauptamtlich.

Im Hamburger Hospiz e.V. habe ich 2004 die ambulante Beratungsstelle und den ehrenamtlichen Hospizdienst sowie die Trauerarbeit aufgebaut. 2011 kamen die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit hinzu. Zusammen mit der Trauerarbeit sind das seit 2014 meine Tätigkeitsschwerpunkte. Unterstützt durch den Hamburger Hospiz e.V. habe ich 2019 das Buch „Männer in Todesnähe – zehn Gespräche am Lebensende“ veröffentlicht.

Meine Vorfreude auf den neuen Standort ist riesengroß. Hier darf ich die Bildungs- und Trauerarbeit aufbauen. Bewährte Konzepte nehme ich mit und baue neue passgenau für die Hospizarbeit „am Deich“ auf. Trauerspaziergänge, Bildungsurlaub, Graphic Novels… vieles ist denkbar.

Privat gibt es mich aber natürlich auch: Hier trifft man mich beispielsweise im Wendland, in Kunstausstellungen oder mit vier Enkelkindern in der Sandkiste an. Außerdem engagiere ich mich mit meiner Website „Abschied begleiten“ auch ehrenamtlich für die Hospizbewegung.

Keine Zeit verlieren wollen

Schon vor der Erteilung der Baugenehmigung im Mai 2022 mussten im Altbau der Schule instandhaltende und vorbereitende Maßnahmen durchgeführt werden. Inzwischen haben auch die ausführenden Arbeiten (vor allem der Ausbau des Dachgeschosses) begonnen. Zwischen den Fachleuten der verschiedenen Gewerke sind immer wieder die Mitglieder des Pionierteams, bewaffnet mit Bauplan, Zollstock, frei fließender Kreativität und unermüdlicher Zuversicht, anzutreffen, die schon jetzt Entscheidungen über die Aufteilung und Einrichtung der einzelnen Bereiche des Hauses vorbereiten und sogar schon die Möblierung in ihren Herzen und Köpfen bewegen. Schließlich gibt es corona-bedingt für einzelne Produkte lange Lieferzeiten.

Katja Fischer, Pflegedienstleitung

Seit fast 15 Jahren darf ich Menschen oder ihre Angehörigen begleiten, die schwersterkrankt oder sterbend sind. Zunächst habe ich sie als Krankenschwester im stationären Hospiz pflegerisch wie auch psychosozial begleiten dürfen. Später kam als Sozialpädagogin der Arbeitsbereich der ambulanten Hospizkoordination hinzu – hier wurde mir besonders deutlich, dass „Hospiz“ weit mehr ist als ein Gebäude.

Während meiner Arbeit gibt es immer wieder Momente, die mich mit großer Dankbarkeit erfüllen und an das Leben erinnern. Die Möglichkeit, Menschen mit großer Behutsamkeit begegnen und sie ganz individuell und intuitiv begleiten zu dürfen, ist in unserem Gesundheitswesen nach wie vor keine Selbstverständlichkeit.

Ich freue mich sehr, als zukünftige Pflegedienstleitung des „Hospiz am Deich“ erkrankte Menschen und ihre Zugehörigen als unsere Gäste begrüßen zu dürfen. Mit einer großen Portion Humor und Herzenswärme, viel Erfahrung und einem empathischen Team schaffen wir einen Ort, der Menschen ermöglicht, im Jetzt zu leben und sich in ihrer letzten Lebensphase nicht allein zu wissen.

Vorstellungskraft und Kreativität

Alternativ werden im großen Veranstaltungsraum im Altonaer Hospiz im Helenenstift Markierungen auf den Fußboden geklebt und mit Pappkartons Möbel angedeutet, um ein Gespür für die Proportionen und Möglichkeiten der Gästezimmer zu bekommen. Wie groß sind eigentlich 20 Quadratmeter und was lässt sich auf dieser Fläche alles unterbringen, ohne dass das Zimmer nachher vollgestellt aussieht oder die Mobilität der Gäste, die vielleicht vom Rollstuhl oder vom Rollator abhängig sind, beeinträchtigt.

Kai Puhlmann, Hospizleitung

Vom Deich auf zu neuen Ufern… 25 Jahre mache ich nun Hospizarbeit in Hamburg: Ich habe das erste stationäre Hospiz in Hamburg mitgestaltet und eröffnet, war lange in der Begleitung der Gäste tätig, habe Ehrenamtliche geschult und die Aufnahme neuer Gäste geplant. Seit der Eröffnung 2001 vom Hamburger Hospiz im Helenenstift bin ich dort als Geschäftsführer (zusammen mit Silke Grau) tätig.

Nun freue ich mich darauf, zum 3. Mal ein neues Hospiz in Hamburg zu gestalten. Schon auf den ersten Blick war ich verliebt: in die Alte Schule mit ihrem Charme und ihren Möglichkeiten, in die ländliche Umgebung mit ihrer Ruhe und Weite. Ein Hospiz für Hamburgs Osten: ein sinnvolles und notwendiges Projekt, denn auch die Menschen dort haben einen Anspruch auf eine wohnortnahe Betreuung am Ende des Lebens.

Ich freue mich, meinen Teil zum Gelingen vom „Hamburger Hospiz am Deich“ beitragen zu können. Am Ende des Berufsweges, ich bin jetzt 57, noch mal eine tolle Herausforderung.

Kamin ja oder nein

Liebevolle Beschäftigung mit Details

So werden neben dem Design der Pflegebetten, der Gestaltung der Wände, der Höhe der Sideboards im Flur oder Farbe und Materials des mobilen Empfangstresens im Eingangsbereich auch schon jetzt Fragen wie „Wenn wir aus Brandschutzgründen keinen echten Kamin im Wohnzimmer haben dürfen, lohnt sich dann stattdessen ein Elektrokamin? Oder sollten wir uns dann lieber Außenkamine für die Terrasse anschauen?“ im Raum.

Elke Huster-Nowack, Leitende Regierungs-direktorin a. D., Gründungsmitglied des Vereins im Jahre 1990 und langjähriges Mitglied des Vorstands des Hamburger Hospiz e. V.

Als Gründungsmitglied des Hamburger Hospiz e. V. und seit etlichen Jahren erste Vorsitzende begleite ich ehrenamtlich schon seit 1990 unsere Hospizarbeit. Damals motivierte mich die häufig traurige Situation Sterbender und Schwersterkrankter, die ihre letzte Lebenszeit in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen verbrachten, mich in diesem Bereich zu engagieren. Auch Angehörige und Trauende waren auf sich gestellt.
Heute ist die Situation in Hamburg dank der vielfältigen Hospiz- und Palliativarbeit erheblich besser. Doch während es stationäre Hospizarbeit in nahezu allen Hamburger Bezirken gibt, gilt das bisher nicht für Bergedorf und Umgebung.
Nach drei Jahrzehnten im Hamburger Gesundheitswesen bin ich zum April 2021 in den Ruhestand gegangen und habe nahtlos die Arbeit in unserer vereinsinternen Projektgruppe zum Aufbau unseres neuen Hospizstandortes in Allermöhe/Reitbrook aufgenommen.
Mit dem stationären Hamburger Hospiz am Deich wollen wir schnellstmöglich die Versorgungssituation in Bergedorf und Umgebung erheblich verbessern. In enger Zusammenarbeit mit dem Architekten Nils Roderjan bereiten wir mit Nachdruck das neue Haus vor.
Für mich wie für alle Akteure bedeutet das neben ganz viel Freude und Engagement auch, eine wirklich komplexe Herausforderung zu stemmen.

Im Garten

Drinnen und draußen

Auch im Garten wird mit Unterstützung eines auf naturnahe Gärten spezialisierten Experten geschaut, gefühlt und gemessen. Da es möglich sein wird, mit dem Pflegebett auf die Terrasse und in den Garten zu gehen, braucht es dort gute, befestigte und gerade Wege. Und dann sollen ja auch noch der Pavillon für ruhige Minuten und zurückgezogene Gespräche und der Hühnerstall Platz finden. Und natürlich der eigentliche Garten, also Bäume, Sträucher, Blumen und Rasen.

Bea Mitzlaff, Hospiz-Koordination und Empfang

Ich bin examinierte Krankenschwester, Fachkraft für Palliative Care und Hospiz-Koordinatorin.

Seit 2013 engagiere ich mich in der stationären Hospizarbeit. Hier darf sein, was zum Leben gehört, das Sterben und der Tod, der Abschied und die Trauer. Die besondere Lebenssituation unserer Gäste hat Achtsamkeit, Wahrheit und Klarheit verdient. Mit hospizlicher Haltung begleiten zu dürfen, bereichert mein Leben und verändert meine Sicht auf die Dinge. Wer verstanden hat, dass das Leben endlich ist, lebt anders.

Aktuell bin ich mit ganz praktischen Dingen befasst und kümmere mich um Einrichtung und Ausstattung. Welche Möbel sind geeignet, welche Farben schaffen freundliche Räume, welche Materialien sind sinnvoll, welche Pflegehilfsmittel sind notwendig und vieles Schöne mehr.  Zusätzlich begleite ich den Vorbereitungskurs für das Ehrenamt, eine wichtige Säule der Hospizarbeit. 

Ich freue mich darauf, ab Sommer 2022 im Kontakt mit zuweisenden Einrichtungen und Menschen zu sein, die bei uns als Gäste einziehen möchten. Ich beantworte Fragen rund um das Hospiz und die Aufnahme und begrüße unsere Hospizgäste.

Vom Flipchart in die Realität

Bei den ersten Treffen in Sachen Hospiz am Deich stellte sich schnell heraus, dass die Mitglieder der sich neu formierenden Pioniergruppe keinen Mangel an Visionen und Ideen litten. Das Flipchart mit den Umrissen eines – großen – Hauses füllte sich quasi im Handumdrehen mit Vorstellungen davon, was sich in diesem neuen Hospiz alles verwirklichen lassen könnte und sollte.

Das ist noch gar nicht so lange her und in der Rückschau wird schnell deutlich, dass ein großer Teil der damals angedachten Details tatsächlich Realität werden wird. Nicht alles lässt sich mal eben so umsetzen, einiges (z. B. die Ziegen und das Tageshospiz) werden noch etwas länger dauern. Trotzdem wird unser Haus von Anfang an voll sein mit verwirklichten Ideen und Angeboten.

Bettina Kok, Öffentlichkeits- und Trauerarbeit

Hallo, ich bin dem Hamburger Hospiz seit 2017 verbunden und habe im Februar 2022 aus meinem bisherigen Ehrenamt eine hauptberufliche Tätigkeit gemacht. In meinem „früheren Leben“ habe ich lange an einem großen Hamburger Theater im künstlerischen Management gearbeitet. Außerdem bin ich Bloggerin (www.keinzahnkatzen.de) und habe 2020 mein erstes Buch „Katzen sterben“ veröffentlicht. Die Trauer um geliebte Tiere ist ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt.

In die Hospizarbeit bringe ich mich vor allem in den Bereichen Trauer- und Öffentlichkeitsarbeit ein: Ich moderiere Trauergruppen (zurzeit im Hamburger Hospiz in Altona) und gestalte die Website für das neue Hospiz am Deich. Da ich noch immer an das Gute im Internet glaube, freue ich mich, auch die Social Media Accounts für das neue Haus bespielen zu dürfen.

Dass ich im Rahmen meiner beruflichen Neuorientierung am Aufbau eines neuen Hospizes mitwirken darf, macht mich sehr glücklich. Auf geht’s, zum Deich!